Die Macht der Gewohnheit

Und wie es trotzdem gelingen kann, Vorsätze umzusetzen

Bald schon ist es wieder soweit und ganz euphorisch werden zahlreiche gute Vorsätze für das neue Jahr gefasst. Gesünder leben, mehr Sport machen, abnehmen, endlich die lange angestrebte Weiterbildung in Angriff nehmen – die Liste ist endlos. Doch was passiert dann leider oft in nicht allzu ferner Zukunft? Die Macht der Gewohnheit siegt über das zarte Pflänzchen des guten Vorsatzes. Bereits ab April des neuen Jahres sind nur noch 50 % der Personen, die sich einen Vorsatz gefasst hatten, dabei, diesen auch in die Tat umzusetzen (Tierney 2012).

Was braucht es also, damit wir an unseren Vorhaben dranbleiben und diese nachhaltig verfolgen? Ein Schlüssel ist unsere Willenskraft. Sie beschreibt das Mass an Selbstkontrolle, das zum Teil genetisch in uns angelegt ist, das aber auch bewusst beeinflusst und aufgebaut werden kann. Forschung zeigt, dass gerade genügend Schlaf, ein bestimmtes Level an Glukose im Blut (kurzfristig) wie auch gesunde Ernährung den Wert der Willenskraft erhöhen können.

Acht Tipps zur Stärkung der Willenskraft

 

Durch acht gezielte Strategien können wir es schaffen, unsere Vorsätze zu verfolgen und die Selbstkontrolle zu stärken:

1. Ein Vorhaben genügt
Bitte setzen Sie sich nur ein Ziel und fokussieren Sie sich darauf. Es ist schwer genug, ein einziges Ziel umzusetzen. Weniger ist hier wie bei vielen anderen Themen also mehr.

2. Planen der konkreten Schritte
Planen Sie voraus und umgehen Sie so Versuchungen. Je konkreter die nächsten Schritte festgehalten werden, desto schwerer fällt es, sie nicht zu erledigen.

3. Kontrolle outsourcen
Holen Sie andere ins Boot. Je mehr die anderen über Ihr konkretes Vorhaben wissen, umso eher können diese Sie unterstützen und korrigierend von aussen einwirken.

4. Dranbleiben
Behalten Sie die Fortschritte im Auge. Visualisieren kann hier hilfreich sein, z. B. Rot „Noch weit vom ersehnten Zustand entfernt“, Gelb „Auf dem Weg, aber noch lange nicht fertig“, Hellgrün „In die Zielgerade eingebogen“, Dunkelgrün „Ziel erreicht“.

5. Nicht überreagieren
Lassen Sie sich nicht von einem Ausrutscher entmutigen. Scheitern ist menschlich und wer bei einem einzigen kleinen Schritt abseits des geplanten Weges gleich aufgibt, vergibt sich viel.

6. Nicht heute, sondern erst morgen aufgeben
Wenn Sie aufgeben wollen… einfach erst morgen das gesamte Vorhaben zu den Akten legen. Wenn Sie das Aufgeben auf den nächsten Tag schieben, haben Sie gute Chancen, dass bis dahin ihre Willenskraft wieder aufgefüllt ist und sich der Frust vom Vortag wieder in Zuversicht verwandelt.

7. Belohnen für Fortschritte
Feiern Sie Etappenziele und gönnen Sie sich etwas Gutes. Es können auch ganz kleine Dinge sein, mit denen Sie sich belohnen, beispielsweise ein Spaziergang oder der Besuch eines Freundes.

8. Kreative Bestrafung ausdenken
Und hier kommt der ausgefallenste Griff in die Trickkiste. Denken Sie sich eine fiese Strafe für Sie selbst aus, wenn Sie Ihr Ziel nicht erreichen sollten. Dies verschafft Ihnen noch einmal einen grossen Schub Energie, um das Ziel auch wirklich zu erreichen. Denn wer will schon etwas tun müssen, das ihm zutiefst widerstrebt!

Probieren Sie es aus! Vielleicht sind Sie ja im neuen Jahr erfolgreich damit – ganz im Sinne von „Wenn ich es nur will, dann schaffe ich es auch!“

Ihre Mirjam Ambühl