Die Skillstalks – Renaissance der Gespräche?

Kürzlich, bei einer ausverkauften Veranstaltung im Zürcher Kosmos-Club, stellte sich vielen im Publikum die Frage, warum an einem Freitag-Abend im März ein Ereignis, bei dem ausschliesslich geredet wird, bis auf den letzten Platz besetzt war. Hartmut Rosa trat vor interessierte Zuschauer, um über seine Resonanztheorie*1 zu referieren. Der Löwenanteil des Abends aber gehörte einem Gespräch zwischen einer Kulturwissenschaftlerin und dem aus zahlreichen Veröffentlichungen bekannten Soziologen.

Frage und Antwort vor Publikum scheinen plötzlich wieder ungeahnte Popularität zu geniessen. Obwohl wir von sozialen Medien täglich mit wahren Flutwellen an Information überschwemmt werden, finden sich in Veranstaltungskalendern unzählige Angebote dieser Art.

Natürlich würden x-beliebige Gäste nicht für einen Ansturm sorgen. Natürlich half bei Hartmut Rosa das zweiseitige Interview in der NZZ am Sonntag zuvor, um den Kosmosclub an diesem Freitagabend zu füllen. Es wird mittlerweile an vielen Orten über Politik, Kultur und sogar Wissenschaft debattiert – längst über TV-Talkshows hinaus.

Um die genaue Motivlage für dieses Interesse zu ergründen, müsste man eine umfangreiche Befragung bei den Zuhörern vornehmen. Meine Vermutung: Je mehr wir uns im Digitalen bewegen, umso kostbarer – weil unmittelbar und erlebbar – wird das Offline-Gespräch, selbst wenn wir hier passiv bleiben. Je mehr wir uns von Podcasts beschallen lassen oder E-Learning-Wege beschreiten, umso mehr hilft das Dabeisein, um einer zunehmenden Entfremdung entgegenzuwirken. Als Zuschauer und Zuhörer in einem realen Raum wird Abstraktes konkret, können Fragen gestellt werden. Das Spiel zwischen Frage und Antwort erzeugt emotionale Ansteckung, schneller und einfacher als über jedes Medium.

Die Skillsgarden AG folgt mit den Skillstalks diesem Trend mit einem klaren Fokus. Unsere vierteljährlichen Gespräche werden wir mit Personen führen, die im weitesten Sinn aus dem Wirtschaftsleben stammen. Im Mittelpunkt stehen bei uns Fragen nach der persönlichen Entwicklung von Menschen in der Arbeit, dem Überwinden von Hürden, dem Umgang der Gesprächspartner mit Niederlagen und Erfolgen sowie dem individuellen Fördern von Talenten.

Ernest Holm Svendsen macht als Gesprächspartner den Anfang. Er hat mit seinem Buch „How to end the stories that screw up your life“*2 ein Konzept weiterentwickelt, das in der Fachwelt als “The Work” bekannt ist. In einer Arbeitswelt, in der zunehmend neben äusserem auch erheblicher innerer Druck empfunden wird, suchen viele Menschen nach Ausgleich und Entspannung. Wie die Methode umgesetzt werden kann, wird er in einem Kurzreferat erläutern. Mehr Infos dazu lesen Sie in unserem Newsbeitrag.

Viele weitere Gespräche werden folgen. Wir freuen uns auf unsere weiteren Gäste und auf einen regen und inspirierenden Austausch.

Autor:

Christoph Lindinger


Literatur:

*1 Rosa, H. (2016) Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung. 2. Auflage. Suhrkamp Verlag, Berlin

*Svendsen, E. (2018) How to end the stories that screw up your life, www.theartofbeinghuman.com