Grossgruppenveranstaltungen

Anstoss für kulturelle Veränderungen in Unternehmen

In vielen Unternehmen wächst das Bewusstsein für die Wichtigkeit der Unternehmenskultur für den langfristigen Erfolg. Doch wie formt und fördert man so etwas Ungreifbares wie Kultur? Eine Möglichkeit sind Grossgruppenveranstaltungen, welche die Unternehmenswerte in den Fokus rücken und ein gemeinsames Verständnis für Kultur schaffen sollen.

Wie soll man Grossgruppenveranstaltungen gestalten?

Die Tage, an denen sich alle Führungskräfte brav stundenlange PowerPoint-Vorträge anhören mussten, sind längst vorbei. Moderne Unternehmen wollen auch mit grossen Gruppen eine aktive und abwechslungsreiche Arbeitsweise. Bekannte Methoden wie die Open Space Konferenz oder das World Café sind heutzutage vielen Managern ein Begriff. Doch sollte man die Wahl der Methode genau bedenken, denn sowohl die Open Space Konferenz als auch das World Café passen trotz ihrer Vorteile längst nicht auf alle Themen und Ziele.

Die Skillsgarden-Methoden

Den Königsweg zu einer erfolgreichen Grossgruppenveranstaltung gibt es nicht. Viel mehr bin ich der Meinung, man sollte die Organisation und das Vorgehen massgeschneidert auf die gewünschten Themen und Ziele wählen. Seit zwei Jahren unterstützen wir von Skillsgarden Unternehmen bei der Umsetzung von Grossgruppenveranstaltungen. Ich habe aus den zahlreichen Veranstaltungen exemplarisch vier Methoden herausgesucht, die sich stets als hilfreich erwiesen haben:

1. Kurze Inputs

Anstatt eines langen Vortrags der Geschäftsleitung, bei dem nur ein kleiner Teil der Informationen bei den Zuhörenden wirklich hängen bleibt, sind kurze Inputs mit anschliessenden Teachbacks effektiver. In den Teachbacks fassen die Zuhörenden in kleinen Gruppen die wichtigsten Punkte des Inputs nochmals zusammen. So werden Schwerpunkte gesetzt und die Merkbarkeit gefördert.

2. Getaktete Workshops

Auch bei den Workshop-Teilen hat sich gezeigt, dass die Dauer der Arbeitssequenzen einen entscheidenden Einfluss auf die Resultate hat. Eine bewährte Methode sind getaktete Workshops, bei denen mehrere kürzere aufeinanderfolgende Workshop-Sequenzen gemacht werden, die sich jeweils Schritt für Schritt mit einer ganz spezifischen Fragestellung beschäftigen.

3. Ambassador-Runden

Gerade bei besonders grossen Gruppen ist es eine Herausforderung, die Resultate der Workshop-Sequenzen unter allen Teilnehmenden auszutauschen. Die Methode der Ambassador-Runden bietet sich deshalb an, weil die Zwischenergebnisse anstatt im Plenum in kleineren Runden mit Vertretern aus allen Workshopgruppen diskutiert werden.

4. Simple Feedback-Methoden

Zwischen den Workshop-Sequenzen erfolgen Feedbackrunden. Mit der einfachen Formel „I like – I wish“ können sich alle Teilnehmenden einbringen und an den Ergebnissen anderer Gruppen durch ihr Feedback mitwirken.

Nicht nur in Bezug auf die erarbeiteten Ergebnisse und das daraus resultierende Verständnis für kulturelle Veränderungen sind Grossgruppenveranstaltungenzu empfehlen. Weitere positive Effekte sind der direkte Kontakt zwischen den Teilnehmenden und die Möglichkeit sich zu vernetzen. Ausserdem ist es für die Geschäftsleitung eine wunderbare Möglichkeit, ihren Führungskräften durch die Chance mitzureden Wertschätzung zu zeigen.

Ein letzter Tipp zum Schluss: Es besteht die Verlockung, wenn schon einmal so viele Leute versammelt sind, alle wichtigen Themen mit einbeziehen zu wollen. Meist sind es dann zu viele und die Veranstaltung ist überfrachtet und verliert ihren Fokus. Deshalb gilt wie so oft: Weniger ist mehr.

 

Autorin: Katrin Hasler