HelpfulETH – die Initiative geht in den Sommerschlaf

Anfang März 2020, als sich die Spitäler der Schweiz vor dem Kollaps fürchteten, begann die phänomenale Geschichte der helpfulETH-Initiative. Ausgelöst von vier Mitarbeitenden des PDZ an der ETH entstand innerhalb von wenigen Wochen eine Freiwilligenorganisation mit über 150 aktiven Mitwirkenden. Studenten, Wissenschaftler und Professoren liessen über Nacht eine schlagkräftige virtuelle Organisation entstehen, die in dieser Komplexität noch vor Jahren undenkbar gewesen wäre. Slack, Notion, Zoom und ein unglaublicher Einsatzwillen waren die Hilfsmittel, mit denen alle Beteiligten aus ihren Arbeitszimmern zuhause an den 20 Projekten arbeiten konnten, um Seniorenheimen und Spitälern kurzfristig und unkompliziert mit technischen Lösungen zu helfen.

Die beiden Professoren Mirko Meboldt (ETH Zürich) und Daniel Atienza Alonso (EPFL Lausanne) vertraten die Initiative nach aussen. Nach innen hin wirkte ein mehrköpfiges Steuerungsteam, das sich täglich um 9 Uhr virtuell traf. Eleonora Secchi und Stephan Wegner übernahmen die Koordination – eine Aufgabe, die weit über einen normalen Fulltimejob hinausging. Das Team steuerte die Initiative um die vielfältigen Hürden, die mit technischen Hilfen im Medizinbereich verbunden sind.
Skillsgarden unterstützte die Initiative von Anfang an mit Moderation und Coaching. Wir waren und sind beeindruckt vom Engagement und vom konstruktiven Umgang aller Beteiligten untereinander. Gerade unser Anliegen der psychologischen Sicherheit wurde so ernst genommen, dass zum Abschluss ein Workshop stattfand, nach dem unter den Mitwirkenden eine Umfrage zu diesem Thema gemacht wurde.

Seit Anfang Juni ist die heisse Phase der Initiative vorerst vorbei. Sie befindet sich nun im Sommerschlaf, um jederzeit wieder aktiviert werden zu können, sollte eine zweite Welle Covid 19 auf uns zu kommen. Ein Freiwilligenteam kümmert sich um die Abwicklung der noch laufenden Projekte. Vielleicht wird die Initiative auch noch andere Steine ins Rollen bringen. Mehr und intensivere Zusammenarbeit im medizinischen Sektor ist dringend von Nöten.

Autor: Christoph Lindinger