Zwischen Rocket Science und Nichtstun – Innovation für KMU

Die Schlüsselrolle der Psychologischen Sicherheit bei Innovation

Das Raiffeisen Unternehmerzentrum RUZ Baar war am 13. März 2018 Gastgeber einer spannenden Abendveranstaltung zum Thema Innovation. Zusammen mit zwei Experten hat RUZ Begleiter Andreas Schlegel Antworten auf die Fragen gegeben, die bei der Umsetzung von neuen Ideen gestellt werden: Wo fängt die Innovation an? Wie sieht der Prozess und die Umsetzung einer Idee aus? Und welche Rolle spielen zwischenmenschliche Dynamiken? Der Erfinder von Logitech, Daniel Borel, trifft mit seiner Aussage „Nicht alles, was gewagt wird, gelingt. Aber alles, was gelingt, wurde einmal gewagt“ den Nagel auf den Kopf. Der erste Schritt zur Innovation ist, es sich zu trauen. Die Scham, eine ausgefallene Idee laut auszusprechen, auf die Seite zu legen und der Kreativität freien Lauf zu lassen. Schnell gesagt, aber nicht leicht umzusetzen. Sobald Menschen in Teams arbeiten, besteht die Gefahr des Konformitätseffekts (Solomon Asch, 1951). Dieser besagt, dass Personen sich der Norm anpassen, um ihre Gruppenzugehörigkeit zu sichern. Um diesem Effekt entgegenzuwirken, ist der Faktor der psychologischen Sicherheit unabdingbar. Frau Dr. Ina Goller hat, als Expertin in diesem Bereich, dem Publikum das Konzept nähergebracht. Definiert wird die psychologische Sicherheit als „die von allen Teammitgliedern geteilte Überzeugung, dass man sich im Team beim Eingehen von interpersonalen Risiken sicher fühlen kann“ (Amy Edmondson, 1999). Im Kontext der Innovation brauchen alle Team-Mitglieder die psychologische Sicherheit, dass die Ungewissheit über den Erfolg der neuen Idee von allen Kollegen im Team getragen wird.

Drei Tipps, die im Berufsalltag angewendet werden können, um psychologische Sicherheit im Unternehmen zu schaffen:

  • Sicherstellen, dass alle Team-Mitglieder zu Wort kommen. Anhand einer Strichliste beobachten, ob das Verhältnis der Anzahl Äusserungen pro Person ausgeglichen ist.
  • Feedback positiv formulieren, z.B.: „Ich wünsche mir…“ anstelle von „das klappt noch nicht…“. Hiermit wird aufgezeigt, wie es besser sein könnte.
  • Ein Vorbild für die anderen Team-Mitglieder sein, indem die eigenen Fehler angesprochen werden und man zu diesen steht.

Möchten Sie den Vortrag und die anschliessende Diskussion live erleben? Die letzte Veranstaltung dieser Reihe findet am 19. April 2018, 18.30 – 21 Uhr, im RUZ Aarau-West statt.

Weitere Infos und Anmeldung unter RUZ Schweiz