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Gestaltungswille und Mut gehören dazu

Im Oktober war Christoph Schüpbach, CEO der Regent Lighting zu Gast in unserem Skillstalk zum Thema „Leaders of Change“. Ein wichtiger persönlicher Meilenstein besteht für Christoph Schüpbach darin, sich alle 5 Jahre alleine zurückzuziehen, um auszuloten, ob er sich (noch) auf dem richtigen Weg befindet. Veränderungen folgten stets fast zwangsläufig. Sie sind anders als bei vielen Menschen nicht fremdgesteuert, sondern selbst gewählt. Ein gewaltiger Unterschied, auch wenn der selbstgewählte Schritt durchaus abenteuerlich sein kann. Sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, hat ihn über sein gesamtes bisheriges Berufsleben begleitet.

Zwei seiner bisher vier beruflichen Stationen haben zweimal die 5 Jahre, also zirka 10 Jahre Bestand gehabt. ABB verliess er nach genau 10 Jahren, nach etwas mehr als 11 Jahren hat er 2020 die Firma Schleuniger (einen Automobilzulieferer) verlassen, um bei Regent (Beleuchtungskörper) eine neue Herausforderung in einer für ihn gänzlich fremden Branche zu suchen. Seiner Leidenschaft für Geschwindigkeit frönt er beim Skifahren. Im Berufsleben lässt er sich mit den grossen Veränderungen durchaus auch mal Zeit, um zu reflektieren und ein Problem aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Diese Mischung aus wohlüberlegtem Handeln und mutigen Schritten zeichnet ihn als Mensch aus.

Als wichtigste Antriebsfeder für seine bisherigen beruflichen Stationen, die auf den ersten Blick wie eine klassische Karriere wirken, nannte Christoph Schüpbach in unserem Gespräch seinen Wunsch nach Gestaltung und Impact – immer gemeinsam mit anderen Menschen, wie er betont. So ist ihm nicht nur die konstruktive Zusammenarbeit mit seinem engsten Führungsteam ein echtes Anliegen. Bei Regent setzt er sich darüber hinaus bei den unterschiedlichsten Schlüsselpersonen des Unternehmens persönlich für das Thema Mitarbeiterbindung ein.

Der Entschluss, in eine völlig neue Branche einzusteigen, benötigte eine gehörige Portion Mut. Umso mehr, als dass er als CEO bei Schleuniger auf eine beeindruckende Erfolgsgeschichte zurückblicken konnte. Bei Schleuniger mit organischem und anorganischem Wachstum fast schon verwöhnt und dort global aktiv, stellt er sich bei Regent einer völlig neuen Herausforderung. Er schwärmt über die funktionale und vor allem über die emotionale Wirkung von Licht sowie über die formschönen, technisch hochwertigen Produkte des neuen Unternehmens und freut sich, seinen Radius jetzt eher auf die Schweiz und die umliegenden Länder zu begrenzen. Da er viele Wochenenden nun nicht mehr auf Flughäfen und in Flugzeugen verbringt, findet er auch mehr Zeit für Familie und seine Lieblingsorte in den Bergen und am Meer.

Wir wünschen ihm in seiner Aufgabe bei Regent Lighting viel Erfolg und bei allen anstehenden Veränderungen auch das notwendige Fortune.

Unsere Reihe Leaders of Change endet mit dem Gespräch am 28. Oktober 2021. Neben Christoph Schüpbach (Regent) sprachen wir mit Dorothea Strauss (Mobiliar) und Luis Hernandez (DSD Steel). Unsere Podiumsdiskussion mit Jörg Mühlemann, Nadine Caprez, David Togni und Matthias Tobler beleuchtete Veränderungen im Alltag.

Auch im kommenden Jahr werden wir unsere Gesprächsreihe der Skillstalks fortsetzen. Eines der Leitmotive wird die persönliche Transformation sein. Das Motto unseres nächsten Gesprächs lautet «mit 50 hat man noch Träume» und thematisiert persönliche Geschichten über mutige Schritte in neue berufliche Richtungen, auch nach dem 50. Lebensjahr.

Autor: Christoph Lindinger

 

 

Die Skillstalks – Renaissance der Gespräche?

Kürzlich, bei einer ausverkauften Veranstaltung im Zürcher Kosmos-Club, stellte sich vielen im Publikum die Frage, warum an einem Freitag-Abend im März ein Ereignis, bei dem ausschliesslich geredet wird, bis auf den letzten Platz besetzt war. Hartmut Rosa trat vor interessierte Zuschauer, um über seine Resonanztheorie*1 zu referieren. Der Löwenanteil des Abends aber gehörte einem Gespräch zwischen einer Kulturwissenschaftlerin und dem aus zahlreichen Veröffentlichungen bekannten Soziologen.

Frage und Antwort vor Publikum scheinen plötzlich wieder ungeahnte Popularität zu geniessen. Obwohl wir von sozialen Medien täglich mit wahren Flutwellen an Information überschwemmt werden, finden sich in Veranstaltungskalendern unzählige Angebote dieser Art.

Natürlich würden x-beliebige Gäste nicht für einen Ansturm sorgen. Natürlich half bei Hartmut Rosa das zweiseitige Interview in der NZZ am Sonntag zuvor, um den Kosmosclub an diesem Freitagabend zu füllen. Es wird mittlerweile an vielen Orten über Politik, Kultur und sogar Wissenschaft debattiert – längst über TV-Talkshows hinaus.

Um die genaue Motivlage für dieses Interesse zu ergründen, müsste man eine umfangreiche Befragung bei den Zuhörern vornehmen. Meine Vermutung: Je mehr wir uns im Digitalen bewegen, umso kostbarer – weil unmittelbar und erlebbar – wird das Offline-Gespräch, selbst wenn wir hier passiv bleiben. Je mehr wir uns von Podcasts beschallen lassen oder E-Learning-Wege beschreiten, umso mehr hilft das Dabeisein, um einer zunehmenden Entfremdung entgegenzuwirken. Als Zuschauer und Zuhörer in einem realen Raum wird Abstraktes konkret, können Fragen gestellt werden. Das Spiel zwischen Frage und Antwort erzeugt emotionale Ansteckung, schneller und einfacher als über jedes Medium.

Die Skillsgarden AG folgt mit den Skillstalks diesem Trend mit einem klaren Fokus. Unsere vierteljährlichen Gespräche werden wir mit Personen führen, die im weitesten Sinn aus dem Wirtschaftsleben stammen. Im Mittelpunkt stehen bei uns Fragen nach der persönlichen Entwicklung von Menschen in der Arbeit, dem Überwinden von Hürden, dem Umgang der Gesprächspartner mit Niederlagen und Erfolgen sowie dem individuellen Fördern von Talenten.

Ernest Holm Svendsen macht als Gesprächspartner den Anfang. Er hat mit seinem Buch „How to end the stories that screw up your life“*2 ein Konzept weiterentwickelt, das in der Fachwelt als “The Work” bekannt ist. In einer Arbeitswelt, in der zunehmend neben äusserem auch erheblicher innerer Druck empfunden wird, suchen viele Menschen nach Ausgleich und Entspannung. Wie die Methode umgesetzt werden kann, wird er in einem Kurzreferat erläutern. Mehr Infos dazu lesen Sie in unserem Newsbeitrag.

Viele weitere Gespräche werden folgen. Wir freuen uns auf unsere weiteren Gäste und auf einen regen und inspirierenden Austausch.

Autor:

Christoph Lindinger


Literatur:

*1 Rosa, H. (2016) Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung. 2. Auflage. Suhrkamp Verlag, Berlin

*Svendsen, E. (2018) How to end the stories that screw up your life, www.theartofbeinghuman.com